Überblick
Ein freier Gewebelappen kann Haut, Fett, Muskeln oder bei Bedarf Knochen enthalten. Er soll nicht nur die Oberfläche eines großen Gewebedefekts bedecken, sondern auch das benötigte Volumen und die erforderliche Belastbarkeit schaffen. Bei Rekonstruktionen im Kopf- und Halsbereich können Funktionen wie Sprechen und Schlucken Teil der Planung sein. Die Entnahmestelle wird anhand der Eigenschaften des fehlenden Gewebes und möglicher Folgen an der Entnahmestelle gewählt. Das Überleben des transplantierten Gewebes und die Qualität des funktionellen Ergebnisses werden getrennt beurteilt. Eine Überweisung an ein Zentrum kann erforderlich sein, in dem die beteiligten chirurgischen Fachgebiete, Anästhesie, Pflege und Rehabilitation zusammenarbeiten. Manchmal kommen zusätzliche Korrektureingriffe infrage.
Was wird untersucht?
- Es werden die Art des fehlenden Gewebes und die wiederherzustellenden Funktionen ermittelt.
- Die Eignung der Blutgefäße in der Entnahme- und Empfängerregion wird geprüft.
- Bewertet werden Ernährung, Begleiterkrankungen und tägliche Lebensbedürfnisse im Spendergebiet.
Vorgehen und Möglichkeiten
- Für Bereiche, die eine dünne Gewebedeckung benötigen, können geeignete Haut- und Weichteillappen erwogen werden.
- Bei Knochenverlust können freie Lappen mit Knochen in Betracht gezogen werden.
- Wenn eine Reparatur mit angrenzendem Gewebe oder eine andere Methode ausreichend ist, kann ein anderer Plan gewählt werden.
Heilung und Nachsorge
Im Krankenhaus wird die Durchblutung des Lappens regelmäßig kontrolliert; Eine schlechte Durchblutung kann eine dringende erneute Operation erfordern. Es ist wichtig, sowohl die reparierten als auch die entfernten Gewebebereiche zu pflegen. Der Bedarf an Unterstützung beim Füttern, Sprechen, Gehen oder Armgebrauch variiert je nach Reparaturstelle. Die Rückkehr zur Arbeit und Bewegung wird im Rahmen von Kontrolluntersuchungen schrittweise festgelegt.
Risiken und Grenzen
- Gefäßgerinnsel und teilweiser oder vollständiger Lappenverlust
- Flüssigkeitsansammlung im Spenderbereich
- Wunddehiszenz oder Infektion
- Veränderung der Kraft, Empfindung oder des Aussehens im Spenderbereich
Die hier aufgeführten Überschriften decken nicht alle Risiken ab. Mögliche Vorteile, Alternativen und persönliche Risiken sollten im Rahmen der Untersuchung ausführlich besprochen werden.
Fragen für das Beratungsgespräch
- Welches Gewebe wird wo und warum entnommen?
- Wer führt die Rehabilitation für die Zielfunktion durch?
- Welche Alternativen kommen infrage, wenn die erste Gewebeübertragung nicht ausreicht?
Quellen
- UCLH — Oral and maxillofacial surgery with reconstruction ↗
- Leeds Teaching Hospitals — ALT free flap surgery ↗
Zugriff auf Quellen: September 2026. Der Inhalt wurde zu allgemeinen Informationszwecken aufbereitet.
